Sgraffito am Wöhrder Pfarrhaus von Dämmung bedroht

Kaum anderswo in Nürnberg waren die Verheerungen des Zweiten Weltkriegs so drastisch wie in Wöhrd. Die Nachkriegszeit baute den Stadtteil auf altem Grundriss, aber in zeitgenössischen Formen wieder auf. Dabei entstanden einige interessante Kratzputzbilder (Sgraffiti), die die Fassaden der ansonsten schlichten Bauten verschönern.

Eines dieser Bilder ist nun in Gefahr: Das Pfarrhaus der evangelisch-lutherischen Bartholomäusgemeinde am Weinickeplatz soll mit einer Fassadendämmung versehen werden. Das monumentale Sgraffito des Künstlers Kurt Busch, das gleichzeitig als Sonnenuhr dient, würde dadurch verschwinden. Es zeigt die Heilige Familie auf dem „Schiff der Kirche“ mit den Personifikationen von Glaube, Hoffnung und Liebe. Die Verheißung der Versöhnung Gottes mit den Menschen wird durch die „Galionsfigur“ der Taube mit dem Ölzweig als Zeichen für das Ende der Sintflut verdeutlicht.

Wir finden: Wöhrd hat gerade in den letzten Jahren so viel an seiner durchaus erhaltenswerten Substanz der Nachkriegszeit einbüßen müssen. Ein prägendes und kunsthistorisch wertvolles Fassadenbild darf nicht einfach aus dem Stadtbild verschwinden! Derzeit prüft das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, ob das Pfarrhaus oder zumindest das Wandbild in die Bayerisch Denkmalliste aufgenommen wird. Wir drücken die Daumen!

Foto: © Boris Leuthold, 2017

 

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