Neues Ensemblegebiet in Großreuth hinter der Veste

Nürnberg ist um ein Denkmal-Ensemble reicher. Seit Oktober 2016 ist der historische Ortskern von Großreuth hinter der Veste an der Großreuther Straße zwischen Rollnerstraße und Langem Steig offiziell als Ensemble in der Bayerischen Denkmalliste verzeichnet. Der Grund: Nirgends sonst auf Nürnberger Stadtgebiet lässt sich die Entwicklung des Knoblauchsländer Bauernhauses reichhaltiger und schöner ablesen als hier. Verstädterung, Flächenfraß und Krieg zum Trotz konnte sich Großreuth seine kulturelle Identität mit Bauten aus vier Jahrhunderten bis in unsere Tage erhalten.

Um diese Identität für unsere und kommende Generationen zu bewahren, gelten im Ensemblegebiet nun besondere Regeln für den An-, Aus- und Umbau bestehender Gebäude und für Neubauten auf Brach- oder Abbruchflächen. Wichtig ist, dass von dieser Regelung auch jene Bauten betroffen sind, die nicht ohnehin schon als Einzeldenkmale unter Schutz stehen.

Um den Bauherrn bei der Planung ihrer künftigen Vorhaben unter die Arme zu greifen, hat die Bauordnungsbehörde der Stadt Nürnberg unter Redaktion von Nikolaus Bencker einen Gestaltungsleitfaden herausgegeben. Er gibt Anregungen, wie sich Modernisierungen und Veränderungen an Bestandsbauten und neue Anwesen harmonisch in das Ensemble einfügen lassen. Einige gelungene Beispiele aus jüngerer Zeit belegen, dass dies möglich ist, ohne dass dabei die individuellen Wünsche und Geschmäcker der Bauherrn auf der Strecke bleiben müssen.

Die Mitglieder der Stadtbild-Initiative Nürnberg hoffen, dass sich Großreuth hinter der Veste sein einzigartiges Ensemble auch in den kommenden Jahren, Jahrzehnten und Jahrhunderten bewahren wird und dass die Bauherrn und Architekten unserer Zeit die Tradition in würdiger Weise fortschreiben werden.

Interessenten erhalten den Gestaltungsleitfaden für das Ensemble Großreuth hinter der Veste im Dienstleistungszentrum Bau in der Lorenzer Straße 30.

Abschied von der Siedlung Schillingstraße VII

Das Zerstörungswerk geht der Vollendung entgegen: Die letzte Zeile an der Schillingstraße wird nun abgerissen, der Bagger beginnt mit dem Eckhaus zur Sperberstraße, welches erst von einigen Jahren energetisch saniert wurde. Wenn in wenigen Tagen die Siedlung verschwunden sein wird, ist zugleich eine der ältesten wbg-Siedlungen in Nürnberg vernichtet. Das, was nachkommt, wird als Wettbewerbsgewinner bereits mit Vorschusslorbeeren bedacht, aber ob es auch diesen identitätsstiftenden Charakter mitbringen wird, bleibt abzuwarten. Fotos: © Boris Leuthold.

Abschied von der Werderstraße 25 II

Mittlerweile steht nur noch das Erdgeschoss. Die letzten zu bergenden Spolien dürften die kunstvollen Fenstersimse des ersten Obergeschosses sein, die jetzt ausgebaut werden müssen. Es ist wirklich bedauerlich, dass selbst der Denkmalschutz kein Werkzeug zur Vermeidung dieses Zerstörungswerkes sein konnte. Passanten gehen entrüstet daran vorbei und fragen sich, warum man so etwas abreißen dürfe, während der Denkmalschutz an deren Objekten Zähne zeigt. Fotos: © Boris Leuthold

Abschied von der Werderstraße 25 I

Es ist eine dunkle Zeit für Nürnbergs historische Bauten. Nun reißt der Bauträger auch das Haus Werderstraße 25 im Rennweg ab. Bedenkt man, wie viele Baudenkmale Nürnberg im Zweiten Weltkrieg verloren hat, wie viele Schätze in den Jahrzehnten danach noch abgerissen oder verunstaltet wurden, fehlen einem die Worte, wie so etwas im Jahr 2017 noch passieren kann. Auch den Abbruch der Werderstraße 25 werden wir in Bildern begleiten, in der Hoffnung, dass sie eine Mahnung für die Zukunft sein werden. Fotos: © Boris Leuthold

 

Klarstellung zum Thema Pellerhaus

Am 9. Januar 2017 ist uns ein offener Brief von Stadtbild Deutschland an den Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg, die Stadträte und an die Presse (und wohl an viele weitere) zum Thema Pellerhaus zugegangen (siehe auch den Artikel in der NZ vom 9. Januar und in den NN vom 10. Januar 2017).

Wir stellen hiermit klar, dass dieser offene Brief nicht von uns kommt, dass wir mit Stadtbild Deutschland – trotz Namensähnlichkeit – keinerlei organisatorischen und inhaltlichen Verbindungen haben, und dass es von der Stadtbild-Initiative Nürnberg bisher keine Stellungnahme in Sachen Pellerhaus gegeben hat und auch nicht geben wird.

Pressespiegel: Neubaugebiet Regensburger Straße